Systemische Beratung und Paartherapie  
  In meinem paartherapeutischen Ansatz verstehe ich ein Paar als System in einem gemeinsamen Zusammenspiel, in dem beide einen Anteil an einem Problem oder einer Krise haben. Diese können sich in einer bestimmten Dynamik verhalten, indem beide ein bestimmte verfestigte Rolle eingenommen haben. Wenn diese zu starr und unbeweglich wird, gerät das Paar aus der Balance und somit in eine Krise. Lebenskrisen, berufliche oder familiäre Überforderung, "aushäusige Verliebtheit" eines Partners können Ausdruck eines ungelösten inneren Konfliktes sein, bzw. Hinweise auf eine nötige Veränderung oder Entwicklung anzeigen. Häufig leiden dann beide oder der Partner/die Partnerin an der nicht mehr gelingenden Kommunikation, des fehlenden Austausches, sexueller Lustlosigkeit, an dem sich wiederholenden Streitthemen oder nicht gelingenden Konfliktbewältigung. Symptome und Probleme gelten als Hinweise auf anstehende Veränderungen. Gemeinsamkeiten gehen dann möglicherweise verloren, alte Themen aus der Lebensgeschichte tauchen auf und werden ggf. dem Partner/ der Partnerin als schuldhaft zugewiesen. Außenbeziehungen oder Trennungsgedanken können Ausdruck dieser Problembeschreibung sein. Wenn eine Trennung unvermeidbar ist, kann eine Beratung genutzt werden um faire und respektvolle Formen einer Trennung zu finden. Ausgehend davon, dass man den anderen nicht verändern kann, sondern nur selbst etwas verändern kann und damit in der Beziehung viel bewirken kann, ist es sinnvoll mit Hilfe eines unbeteiligten Dritten Perspektiven zu wechseln, um das System und das Zusammenspiel zu verändern. Therapie und Beratung helfen Krisen zu verstehen und Orientierung für neue Entwicklungsprozesse zu geben. In einem paartherapeutischen Prozess kann ein neuer Zugang und Verständnis für das Eigene und den Partner/die Partnerin gefunden werden und Krisen als Wandlungsprozesse genutzt werden, um neue Richtungen und Lösungen zu finden.